Wie jedes akademische Semester habe ich auch für das Sommersemester 2026 wieder vier zweistündige Lehrveranstaltungen im Rahmen des Curriculums der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien.
Fotos: Copyright Hermann Mückler
240550-2 SE MM7 Werkstatt Forschungsdesign (2026S), ECTS: 5.00, SWS: 2.00, jeweils Montag, 11.30-13.00 Uhr
Dieser Kurs richtet sich an Studierende nach Abschluss ihrer Feldforschung für die Masterarbeit.
Das Hauptziel des Seminars besteht darin, die Studierenden, die bereits Feldforschung durchgeführt haben, bei der Organisation ihres empirischen Materials sowie beim Einstieg in dessen Analyse für ihre Masterarbeit zu begleiten. Falls erforderlich, erhalten die Studierenden Unterstützung dabei, ihre ursprüngliche Forschungsfrage sowie den theoretischen Rahmen vor dem Hintergrund der Datenauswertung zu überarbeiten. Die Studierenden reichen Aufgaben ein, die im Plenum sowie in Peer-Gruppen diskutiert werden. Darüber hinaus wird von ihnen erwartet, dass sie konstruktive Kommentare zu den Arbeiten anderer Teilnehmer*innen verfassen.
Am Ende des Kurses sollen die Studierenden in der Lage sein, den Prozess der Analyse nachvollziehbar umzusetzen und ethische Fragestellungen, insbesondere den Umgang mit den für ihre Masterarbeit erhobenen Daten, reflektiert zu bewerten.
240543-1 VU MM4 Einführung in die Ethnohistorie (2026S), ECTS: 5.00, SWS: 2.00, jeweils Montag, 15.00-16.30 Uhr
Die Ethnohistorie als Methode (und teilweise als Theorie) hat sich in Wien entwickelt. Sie hat hier ihre Entstehung und Weiterentwicklung erfahren. Hier hat die Zusammenarbeit von Ethnologie und Geschichte immer schon zentrale Bedeutung gehabt und von hier gingen auch wesentliche Impulse für diese Zusammenarbeit aus. Ausgehend von den grundlegenden Konzepten und den theorigeleiteten Überlegungen, werden in der Lehrveranstaltung die wesentlichen Elemente ethnohistorischen Arbeitens innerhalb der Ethnologie bzw. Kultur- und Sozialanthropologie erörtert. Insbesondere die Bedeutung der Ethnohistorie für einen kritischen Blick auf die Gegenwart und die gesellschaftlichen Herausforderungen der Zukunft werden im Mittelpunkt der Lehrveranstaltung stehen.
240021-1 VO BM6 Einführung in die Ethnologie bzw. Kultur- und Sozialanthropologie Polynesiens (2026S), ECTS: 5.00, SWS: 2.00, jeweils Dienstag, 11.30-13.00 Uhr
Die Region Polynesien innerhalb der Großregion Ozeanien zeichnete sich durch eine überaus große kulturelle Vielfalt aus. Diese spiegelt sich sowohl in der großen Zahl an vorhandenen Sprachen, aber noch viel mehr an den zahlreichen sozialen, kulturellen, rituellen und religiösen Praktiken wider, welche in der ethnisch, linguistisch und kulturell sehr heterogenen Welt vorzufinden sind. EthnologInnen und Ethnologen haben seit der Existenz unseres Faches immer wieder ihre Aufmerksamkeit auf spezielle Praxen und kulturelle Besonderheiten Melanesiens gelegt. Die Lehrveranstaltung zeigt exemplarisch den Reichtum an Kulten und Ritualen in Polynesien, welche nicht nur historisch von Bedeutung waren, sondern auch, zumeist in abgewandelter Form, auch heute noch eine Rolle spielen. Den Studierenden soll somit ein Einblick in eine komplexe Welt gewährt werden, die aus kultur- und sozialanthropologischer Perspektive interessante kulturelle Manifestationen zu bieten hat.
240033-1 SE BM7 Objekte erzählen ihre Geschichte: Zur Bedeutung der materiellen Kultur (2026S), ECTS: 5.00, SWS: 2.00, jeweils Dienstag 15.00-16.30 Uhr
Der Schwerpunkt liegt auf Objekten aus Ozeanien als Beispielregion. Die Großregion Ozeanien mit ihren Teilregionen Polynesien, Melanesien und Mikronesien weist eine große Vielfalt an Zeugnissen traditioneller materieller Kultur auf. Diese zeigen, dass die Gesellschaften der Pazifikinseln komplexe, entwickelte Gesellschaften waren, die nur durch die geringe Anzahl verfügbarer Materialien bei der Herstellung von Gegenständen und Gütern für den Alltag und den Kult eingeschränkt waren. Das Seminar wird anhand zahlreicher Beispiele nicht nur ihre Materialität, sondern vor allem ihre gesellschaftliche, soziale, politische, religiöse und kultische Relevanz veranschaulichen. Ausgehend von der Vorstellung einzelner bedeutender Objekte, die alle aus Ozeanien stammen, werden hier grundlegende Materialien in ihrem spezifischen Kontext von Materialität, Verarbeitung und Verwendung behandelt. Ihre funktionale, soziale und rituelle Bedeutung wird ebenso diskutiert wie ihre Einbettung in breitere soziokulturelle Kontexte. Im Seminar werden die Teilnehmer gebeten, jeweils einen Gegenstand aus einer Liste von Vorschlägen auszuwählen, um dessen Funktion, Bedeutung und Verwendung zu untersuchen und ihn in einer kurzen Präsentation im Seminar vorzustellen.